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Aktionsforum Innenstadt (Foto: Till Benzin)

Aktionsforum Innenstadt

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Handel, Immobilienwirtschaft, Gesundheits- und Kreativwirtschaft, Ladenhandwerk, Dienstleitungssektor, Hotellerie, Gastronomie und dem Jugendparlament erarbeitet die Stadtverwaltung in Workshops Problemstellungen in der Innenstadt und mögliche Lösungsansätze. Von der Belebung der Innenstadt über die Verbesserung der Aufenthalts- und Lebensqualität und digitalen Möglichkeiten bis hin zu City-Logistik und Mobilitätsfragen – all diese Themen beschäftigen die Aschaffenburgerinnen und Aschaffenburger aktuell. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Aschaffenburg möchte in dieser schweren Zeit für die Unternehmen der Stadt da sein und bietet allen Interessierten an, sich mit Anliegen, Anregungen und Informationen an die Mail-Adresse wirtschaftsfoerderung@aschaffenburg.de zu wenden.

Zunächst wurde in einer Auftaktsitzung ein Grundsatzpapier mit elf Leitlinien für eine attraktive Innenstadt formuliert. Diese Leitlinien wurden dann thematisch geordnet und in einzelnen Workshops durch umzusetzende Maßnahmen ergänzt. Teilweise waren die Maßnahmen ohne zusätzliches Budget umsetzbar, teils mussten für die Umsetzung Stadtratsbeschlüsse eingeholt werden. Die Maßnahmen wurden innerhalb der Stadtverwaltung besprochen, aber auch durch die hohe Eigeninitiative der Akteure/innen umgesetzt.

Workshop I

Für die Belebung der Innenstadt – Förderung der Innenstadt als innovativer Wirtschaftsraum

Hier wurde besonders die Vernetzung der Innenstadtbereiche und die Zusammenarbeit der einzelnen Werbegemeinschaften diskutiert. Die Akteure/innen waren sich einig, dass die Werbegemeinschaften geschlossen auftreten sollen und sich stärker vernetzen. Daraufhin wurde in kleinen Gesprächsrunden mit den Vertretern/innen der Werbegemeinschaften über Maßnahmen gesprochen. Derzeit werden noch Konzepte dafür ausgearbeitet. In dem Zusammenhang wurde auch der Gedanke eines Citymanagers weiterentwickelt. Die Verwaltung prüft derzeit, inwieweit eine „Kümmerer-Position“ für Belange des Einzelhandels und der Kreativwirtschaft in der Stadtverwaltung etabliert werden kann und welche Aufgaben sie übernehmen kann. Ein Eventraum City Aschaffenburg sollte den Vernetzungsgedanken weiterspinnen. Dieses Jahr wurde, wenn auch aufgrund der Corona-Pandemie, die Innenstadt durch die dezentrale Aufstellung von Schaustellerbuden zu einer Art Eventraum. Diese Art der Bespielung wurde von den Akteuren/innen als sehr positiv angenommen und auch als langfristige Möglichkeit in Betracht gezogen. Auch der Wunsch nach einem „Winter in Aschaffenburg“ als Pendant zum „Sommer in Aschaffenburg“ wäre dieses Jahr nachgegangen worden, wären die Möglichkeiten durch die Pandemie nicht so stark eingeschränkt. Der Aschaffenburger Winter kann hoffentlich im nächsten Jahr stattfinden.

Konstituierende Sitzung des „Aktionsforum Innenstadt“ im November 2018. (Foto: Till Benzin)

Workshop II

Für ein besseres Klima in der Innenstadt – Aufenthalts- und Lebensqualität verbessern

In diesem Workshop wurde besprochen, wie die Atmosphäre in der Innenstadt und den Geschäften verbessert werden kann. Im Ergebnis wurden Vor-Ort-Begehungen durchgeführt und einige der vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt. So wurde die Präsenz der Stadtreinigung mit neuen Reinigungsgeräten erhöht, das Jugendparlament hat städtische Stromkästen von Schmierereien befreit und künstlerisch gestaltet, die Wirtschaftsförderung wurde zur vorübergehenden Taskforce innerhalb der Verwaltung und eine Checkliste für die Planung von Veranstaltungen wurde erstellt.

Bemalte Stromkästen verschönern das Stadtbild und beugen Vandalismus vor. (Quelle: Stadt Aschaffenburg)

Zudem wurde das Motto „Bayerisches Nizza“ für die Innenstadt vorgeschlagen. Unter diesem Motto wurde ein Logo für Leerstandsimmobilien entworfen und mehr als 20 Palmen in der Innenstadt aufgestellt. Da aktuell nur wenige Geschäfte leerstehen, wurde das Logo bislang nicht veröffentlicht. Aktuell wurde auf Wunsch der Innenstadtakteure/innen das Aufstellen geschmückter Weihnachtsbäume finanziert und mit organisiert. Außerdem wird das Thema Stadtmöblierung gerade vom Jugendparlament vorangetrieben und es wurden im Sommer „Sommer in Aschaffenburg“-Liegestühle im Stadtgebiet aufgestellt.

„Bayerisches Nizza“: Beispiele für Palmenstandorte in den Sommermonaten. (Quelle: Stadt Aschaffenburg)

Workshop III

Mit digitalen Angeboten vermehrt junge Menschen ansprechen – mit E-Commerce und Start-Ups in die Offensive

In diesem Workshop wurden ganz unterschiedliche Ansätze für die Online-Präsenz der Aschaffenburger Innenstadt und ihrer Geschäfte diskutiert. Die Einführung eines Stadtgutscheinsystems unter teilnehmenden Geschäften war eine weitere gewünschte Maßnahme. Die Stadtverwaltung hat eine Informationsveranstaltung zum Thema Online-Handel durchgeführt und als vorübergehende Taskforce die Akteure/innen dazu aufgerufen, sich an dem Probelauf eines solchen Gutscheinsystems zu beteiligen. Leider kam hierbei die kritische Masse teilnehmender Händler/innen nicht zustande.

Zur Einbindung junger Menschen wurde eine engere Kooperation zwischen der Technischen Hochschule, dem Digitalen Gründerzentrum und der Stadt Aschaffenburg angesprochen. Im Sommersemester 2020 wurde daraufhin das gemeinsame Projekt „Smart City Aschaffenburg – Digitalisiere Deine Stadt“ ins Leben gerufen. Ziel des Projektes war es, in einem Design-Thinking-Prozess Lösungen zu Problemstellungen in den Bereichen Leerstandsmanagement, Lageeinteilung, Internetkonsum & Online-Handel, Aufenthalts- und Lebensqualität sowie Mobilität und Zukunft zu erarbeiten und junge Menschen in die Stadtentwicklung mit einzubinden. Im Rahmen einer Jurysitzung wurde ein Preis an die Studierenden mit den besten Projektvorschlägen ausgelobt. Die Ergebnisse der Studienarbeiten werden in die Arbeit der Stadtverwaltung eingespeist. Das Projekt soll auch in den nächsten Jahren fortgeführt werden.

Werbeplakat für das „Smart City“-Gemeinschaftsprojekt. (Quelle: Digitales Gründerzentrum „Alte Schlosserei“/Stadt Aschaffenburg)

Workshop IV

Hin zu einer ausgewogenen City-Logistik – Mobilitätsideen auf den Prüfstand stellen

Zentrale Themen dieses Workshops waren die Radwegeführung, Liefer- und Andienungsverkehr, Parken, Barrierefreiheit/Erreichbarkeit der Geschäfte und ÖPNV. Die Einführung eines neuen Lieferparkplatzes in Nähe zur Herstallstraße wurde überprüft, es ist aufgrund Brandschutzbestimmungen und zur Erhaltung der Fluchtwege allerdings derzeit nicht möglich, einen solchen Parkplatz einzurichten. Die Kontrollen im verkehrsberuhigten Bereich bei Falschparken wurden laut Ordnungsamt verstärkt. Das Park-&-Ride-System wurde mit der Erweiterung des kostenfreien Parkens auf dem Volksfestplatz erweitert. Die Stadtverwaltung hat in Gesprächen und Umfragen intern eine Erhebung der aktuellen Situation bzgl. City-Logistik durchgeführt. Die Ergebnisse werden in die weitere Arbeit mit eingebunden. Zudem wurde sich darauf verständigt, die Verkehrsdiskussion zunächst hintenanzustellen, da die Verkehrsführung in der Innenstadt nach einer breiten und umfangreichen Bürgerbeteiligung aktuell erneuert wird. Hier sind im Aktionsforum angesprochene Dinge wie Umweltspuren, vermehrte Radwege etc. bereits großteilig enthalten. Die Parkhausgebühren wurden ebenfalls angesprochen. Unter anderem wurde vom Einzelhandel gewünscht, eine Entwertung von Parkhaustickets der Kundschaft bei einem Einkauf vorzunehmen. Die Möglichkeit bieten die Stadtwerke schon seit Jahren an, es wurde nochmals ein Aufruf an alle Innenstadtakteure/innen gestartet. Im Frühjahr 2021 wird die Stadt Wertschecks für die städtischen Parkhäuser außerdem bezuschussen.

Beispiel für methodische Herangehensweise in einem der Workshops. (Quelle: Stadt Aschaffenburg)