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Fremde in der Stadt

10. Juli bis 11. September 2009

Ausstellung im Schönborner Hof



Eröffnung:
Do, 9. Juli 2009, 19.30 Uhr


Aschaffenburg war und ist aufgrund seiner günstigen geographischen Lage seit Jahrhunderten stets ein Reiseziel, das aus unterschiedlichen Gründen angesteuert wurde, weil es sozusagen auf dem Weg liegt. Das bedeutet, dass zahlreiche fremde Besucher nur kurz in der Stadt verweilten, die aber dennoch einen bleibenden Eindruck auf sie hinterließ. Daneben gab es natürlich auch Fremde, die in Aschaffenburg einen längeren Aufenthalt machten oder sich gar auf Dauer niederließen.

Dies alles soll in der Ausstellung vermittelt werden, die einen Überblick über „Fremde in der Stadt“ von der sächsischen Herzogstochter Liutgard, die in Aschaffenburg wahrscheinlich im Herbst 869 den späteren Frankenkönig Ludwig den Jüngeren heiratete, bis zu den aktuellen Eintragungen ins Goldene Buch der Stadt Aschaffenburg bietet.

Königin Liutgard, die ihre letzten Lebensjahre in Aschaffenburg verbrachte, starb hier am 30. November 885, und ihr Todestag ist das erste gesicherte genaue Datum der Stadtgeschichte. Da Aschaffenburg als wichtigste Nebenresidenz der Erzbischöfe von Mainz, die als Kurfürsten zugleich Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation waren, gleichsam ein „Centralort des Reiches“ war, zumal sie auf dem Weg zu den Wahl- und Krönungsstädten Aachen und Frankfurt lag, kamen natürlich zahlreiche Fürsten sowie (künftige) Könige und Päpste zu Besuch. Aber die symbolträchtige Residenz, die „alte deutsche Reichskanzlei“, zog auch andere Besucher an: Vor allem vom 16. bis zum beginnenden 19. Jahrhundert erlebte die Stadt immer wieder Durchzüge von oftmals feindlichen Truppen, deren Anführer wie Markgraf Albrecht Alkibiades von Brandenburg-Ansbach, König Gustaf II. Adolf von Schweden und Kaiser Napoleon zumindest in finanzieller Hinsicht das Leben der Einwohner beeinträchtigten.

Manche Fremde schrieben Bemerkungen über ihren Aschaffenburg-Besuch nieder und vermitteln somit über die Jahrhunderte hinweg, welchen Eindruck die Stadt auf sie hinterließ. Es konnten genaue Beschreibungen sein wie die des niederländischen Jesuiten Papebroch aus dem Jahre 1660 oder nur kurze Bemerkungen wie beispielsweise die Mozarts über die wenig erfreuliche Gastronomie, die er 1790 erleben musste. Ein weiterer und auf dem Plakat abgebildeter berühmter Komponist, der zu jener Zeit als Dirigent in Weimar tätige Franz Liszt, kam im Herbst 1851 mit seiner damaligen Lebensgefährtin Carolyne Fürstin Wittgenstein und deren Tochter auf einer mehrmonatigen Reise nach Aschaffenburg. Über Liszts Aufenthalt ist lediglich bekannt, dass er im Gasthof zum Freihof übernachtete und sich mit seinen beiden Begleiterinnen in das Gästebuch der Hofbibliothek eintrug.


Öffnungszeiten:

Mo bis Fr: 11.00 - 16.00 Uhr
Sa und So, 1./2.08. und 5./6.09.: 11.00 - 16.00 Uhr

Eintritt frei!


Kontaktadresse:

Stadt- und Stiftsarchiv
Schönborner Hof - Wermbachstr. 15
63739 Aschaffenburg
Tel. (0 60 21) 2 95 40
Nähere Auskünfte: Dr. Hans-Bernd Spies M.A.


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