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Pompejaner

1843 existierten in Aschaffenburg noch 54 bestellte Weinberge, beispielsweise am Klosterrain, Bischberg, Pfaffenberg, Ziegelberg und Gottelsberg.

Auf dem sonnenverwöhnten Terrain unterhalb des Pompejanums wird noch heute Wein angebaut.

Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs ließ die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen 1951 wieder Rebstöcke anpflanzen.

Ursprünglich sollten die Tafeltrauben verkauft werden, aber die italienische Ware war billiger und süßer. So wurden im Jahr 1958 die Trauben gekeltert, und zwei Jahre später kamen erstmals 2000 Bocksbeutel 'Aschaffenburger Pompejaner' - ein leichter, bekömmlicher Tischwein - auf den Markt. Die Aschaffenburger Rarität war zwar etwas herb, aber nach dem zweiten Glas doch recht süffig.

Nachdem sich aber die angebauten Traubensorten für die Lage als ungeeignet erwiesen hatten, wurde der Weinberg mit der Rebensorte Mainriesling (Rieslaner) bestückt und 1963 der 'Jungfernwein' gewonnen.
1965 wurde schließlich der Weinberg um einen etwa 2600 Quadratmeter großen städtischen Bereich erweitert.

In Zusammenarbeit mit der Staatlichen Schlosskellerei in Würzburg entwickelte sich der Pompejaner in den 1970er-Jahren zu einem eigenwilligen Frankenwein, der zum Leidwesen einheimischer Weinfreunde im freien Handel kaum erhältlich war.

Der städtische Wein wird bis heute nur bei offiziellen Anlässen der Stadt Aschaffenburg ausgeschenkt oder als Präsent überreicht. Der über die Schlosskellerei vertriebene staatliche Pompejaner ist schnell ausgetrunken.

Trotzdem findet der Pompejaner durch Überlassung oder Tausch seine Liebhaber. Mit neuen Sorten wie Ortega und Müller-Thurgau wird seit den 1980er-Jahren dem allgemeinen Geschmack Rechnung getragen. Vor allem in sonnenreichen Jahren trägt die mühevolle Arbeit der Mitarbeiter der staatlichen Hofkellerei Würzburg und der Aschaffenburger Stadtgärtner reiche Früchte: Der Aschaffenburger Pompejaner ist ein guter Tropfen.

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